Artikelverzeichnis
Artikelverzeichnisse sind eine Form von Websites, die mit dem Web 2.0 aufgekommen ist. Der Gedanke des Web 2.0 besteht darin, dass der einzelne im Internet nicht nur nach Informationen sucht, sondern selbst dazu beiträgt, dass diese überhaupt vorhanden sind. Das Artikelverzeichnis ist eine typische Einrichtung des Web 2.0, man kann dort selbstgeschriebene Artikel einstellen und sie so für jedermann nutzbar machen. Ansatzweise war dieser Gedanke natürlich schon vorhanden bevor man ihn mit dem Etikett „Web 2.0“ versah: Sowohl private Homepages als auch Foren im Web leben schon immer davon, dass „gewöhnliche Leute“ ihre Gedanken, Ansichten und Kenntnisse publizieren.
Tatsächlich ist Web 2.0 nichts anderes als der ursprüngliche Gedanke des Web an sich: Sein Erfinder, Tim Berners- Lee, schuf das World Wide Web als Plattform, auf der Wissenschaftler ihre Arbeiten zur Verfügung stellen, so dass Kollegen von überall darauf zugreifen können und nicht erst umständlich Schriftstücke per Post vom jeweiligen Institut oder der jeweiligen Universität anfordern oder zur Einsichtnahme gar selbst dorthin reisen mussten. Dieses „Ur-Web“ war also im Grunde nichts anderes als ein Artikelverzeichnis mit wissenschaftlichen Fachbeiträgen, die von den Leuten erstellt wurden, die sie auch nutzten.
Als das Web der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ging der Trend zunächst in die Richtung, dass Firmen und Institutionen die Websites schufen und die weitaus meisten Leute sie lediglich ansahen. Web 2.0 kehrt jetzt mit Artikelverzeichnissen, aber auch mit Blogs, sozialen Netzwerken und dergleichen zum Grundgedanken des vom Nutzer gestalteten Netzes zurück.
Das Einstellen von Artikeln in Artikelverzeichnisse funktioniert auf unterschiedliche Weise: Teilweise registriert man sich mit einem Benutzernamen und einem Passwort und kann dann schreiben. Manche Artikelverzeichnisse nehmen Artikel von jedermann an und stellen sie nach Durchsicht ein, bei wieder anderen muss man sich mit einem Probetext bewerben um einen Account zu erhalten.
Für die Schreiber besteht der Vorteil darin, dass sie bekannt werden können und oft auch Links zu ihren eigenen Seiten setzen können. Der Betreiber bekommt kostenlose Inhalte. Er verdient sein Geld meist mit Werbung oder nutzt das Artikelverzeichnis als Einstieg zu seiner Firmen-Website, einem Web-Shop etwa. Der Leser schließlich findet eine Fülle von Informationen, die oft genau aus seinem Blickwinkel betrachtet werden, weil der Schreiber in der gleichen Lage ist wie er. Und nicht zuletzt kann man in Artikelverzeichnissen nicht nur Informationen zu Themen bekommen, die jeden interessieren, sondern vor allem auch zu seltenen oder ganz speziellen Interessengebieten oder Problemen.

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